Dienstag, 20. August 2013

Tag 63 - Ich würde sagen: stabil

Fluoxetin 5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine


Die letzten Tage waren nicht ganz ohne Herausforderung. Ich war auf einem Festival, was ja an und für sich schon mal eine Ausnahmesituation ist. Dann hab ich auch noch meine Tage bekommen, was mir den Samstag Vormittag ganz schöne Stimmungstiefs beschehrt hat. Aber der zweifelhafte Höhepunkt kam am Sonntag Abend, als es zu einem Streit um 2 Dosen Bier mit einem Bekannten aus unserer Campinggruppe kam. Das ganze ist in mehreren Wellen eskaliert. Zuerst wurde ich nur beschimpft, dann immer aggressiver als "das allerletzte" und dann als "dreckige Schlampe" beschimpft. Zuerst habe ich probiert die Situation zu verlassen und bin erstmal gegangen um mich dem nicht weiter auszusetzen. Aber meine ganzen Sachen waren ja am Camp und irgendwie habe ich es auch nicht eingesehen, mich so behandeln zu lassen. Als dann Beschimpfungen wie eben Schlampe u.ä. kamen, habe ich dann den Typen im Affekt mit meinem Bier bespritzt und bin nochmal gegangen. Mein Freund ist mir hinterher und wir wollten nur noch schnell unsere Sachen fürs nächste Konzert aus dem Zelt holen, als es ein drittes Mal eskaliert ist. Das Ganze endete leider nicht nur mit Beschimpfungen, sondern der Typ hat mit zwei Bierdosen nach mir geworfen und mich im Gesicht getroffen. Selbst drei seiner Freunde konnten ihn nicht runterbringen. Erst als die Security kam, ich blutend da stand und gefragt wurde, ob ich Anzeige erstatten will, beruhigte er sich ansatzweise.
Weshalb ich das hier im Blog schreibe?
Mit dem Fazit versuche ich jetzt, die ganze Sache zu vergessen. Solche Menschen sind es nicht wert, dass man sich auch nur eine Sekunde länger als unbedingt nötig mit ihnen befasst.
Nachher steht dann noch der Termin beim Psychiater an. Der erste seit dem Startschuss. Ich bin gespannt, wie es dann als nächste weitergeht. :)

Die ganze Situation von Anfang bis Ende bot so viele Momente, in denen ich mich früher ohne Zweifel heftig selbst verletzt hätte aus Hilflosigkeit und Wut und Verletztheit. Das ist mir aber erst heute, 2 Tage später aufgefallen. In dem Moment kam es mir kein einziges Mal in den Sinn.
Ich finde das schon einigermaßen erstaunlich. Trotz der Medikamentenreduzierung kommen diese Gedanken und Impulse nicht zurück. Ich deute das mal als ziemlich gutes Zeichen dafür, dass die jahrelange Therapie was gebracht hat und es eben nicht nur die Medikamente waren, die dazu geführt haben, dass ich mit dem ganzen Scheiß aufgehört habe.

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