Sonntag, 23. Februar 2014

Tag 250 - Zeit für einen Rückblick

Fluoxetin 0-0-0

Seroquel 0-0-0
+ Folsäure & B Vitamine

Vor 1,5 Monaten habe ich den letzten Rest Seroquel abgesetzt und es ist Zeit für einen kurzen Post dazu. Ich hab den letzten Schritt ganz schön lange vor mir her geschoben. Wollte mir nicht Weihnachten versauen und dann nicht Sylvester. Dann nicht die erste Arbeitswoche im neuen Jahr und eigentlich wären mir auch noch x Gründe eingefallen, wieso ich danach noch hätte warten sollen. Und ich hätte auch eigentlich kein Problem damit gehabt, dann eben noch ein bisschen zu warten. Aber ich hab auch gemerkt, dass es mir nicht gut tat, dass dieser letzte Schritt die ganze Zeit so vor mir lag. Ich wollte es dann irgendwann einfach hinter mir haben.

Schön war es nicht. Es war wie immer. Nach ein paar Tagen kamen die Stimmungsschwankungen, die Weinerlichkeit, Gereiztheit und das Gefühl, unglaublich labil und dünnhäutig zu sein. Am Anfang im letzten Sommer, ging das alles noch gut auszuhalten und ich war voll motiviert, weiterzumachen, musste mich eher immer bremsen, den nächsten Schritt nicht zu früh zu machen. Aber inzwischen war es einfach nur noch anstrengend. Ich weiß noch, wie ich abends auf dem Sofa gesessen und geweint habe, weil ich wollte, dass es einfach endlich aufhört. 

Der Gedanke daran, dass es bisher jedes Mal besser geworden und vorbeigegangen ist, hat geholfen. Auch der Gedanke, dass es das letzte Mal sein würde. Und so ist es dann auch gekommen. Dieser beschissene Schleier hat sich wieder gelüftet und ich hatte das Gefühl, wieder durchatmen zu können.

Ich fühle mich insgesamt noch ein bisschen wackelig auf den Beinen. Nicht so, dass es mir jeden Tag auffällt oder ich immer daran denken muss aber so ganz voll belastbar fühle ich mich noch nicht. Ein bisschen wie auf Eis, von dem man nicht weiß, ob es wirklich trägt. Ich versuche, nicht dran zu denken, aber ich habe schon Angst, dass ich irgendwann plötzlich einbrechen könnte.
Aber wenn es soweit sein sollte und das passiert, weiß ich auch, dass ich Menschen an meiner Seite habe, die mir helfen werden. Und ich werde wissen, dass ich schon ganz schön viele Scheiß-Phasen durchgestanden habe im letzten halben Jahr und auch davor. Das ist doch irgendwie beruhigend.