Sonntag, 12. Juni 2016

1089 Tage - oder 2 Jahre 11 Monate 24 Tage

Fluoxetin 0-0-0

Seroquel 0-0-0

Crinone (Progesteron) 1-0-0

Fast 3 Jahre ist es her, dass ich angefangen habe, die Medikamente abzusetzen, weil wir mit der Familienplanung anfangen wollten. Der Weg in ein Leben ohne Psychopharmaka war ziemlich hart aber erfolgreich. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass unser Weg zu einem Baby damit gerade erst angefangen hatte.

2 1/2 Jahre lang haben wir "geübt", wie man so schön sagt. Erst einfach so, dann haben wir uns untersuchen lassen (alles ok!), dann mit zunehmender Unterstützung der Kinderwunschärzte. Erst mit Medikamenten, dann mit 4 Inseminationen. Erfolglos.
Diesen Mai haben wir dann zur In Vitro Fertilisation (IVF) gewechselt. Diagnose: Idiopathische Sterilität, d.h. Ursache unbekannt.
Wir hatten Angst, dass wir jetzt im Laufe der Behandlung große unüberwindbare Hindernisse finden würden. Haben von Termin zu Termin gebangt, gehofft und gebetet, dass alles gut gehen würde. Und haben eine Hürde nach der anderen nehmen können. Und schließlich hielten wir am Dienstag unser Wunder in der Hand: einen knallpositiven Schwangerschaftstest! Der Blutwert sah auch gut aus und wir warten jetzt mit einer Mischung aus Vorfreude und Angst auf den ersten ersten Ultraschall. Das Hoffen, Wünschen und Beten wird wohl so bald nicht aufhören. Aber wir werden Schritt für Schritt weitergehen und versuchen, jeden Tag für sich zu nehmen.
Ich bin unendlich dankbar für das, was dieses Jahr bisher gebracht hat und ich bete dafür, dass es eine gesunde Schwangerschaft wird.

Dienstag, 15. September 2015

Tag 819 - oder 2 Jahre, 2 Monate, 28 Tage

Fluoxetin 0-0-0

Seroquel 0-0-0

Minocylin 50-0-50 (seit 11.9. abends)

So lange habe ich hier nichts geschrieben und immer gedacht "Du müsstest das endlich mal machen!". Jetzt will ich wenigstens einen kurzen Eintrag dalassen.

Es ist mehr als 2 Jahre her, dass ich "auf 0 gegangen" bin. Es gibt schon sehr lange keine offensichtlichen Absetzerscheinungen mehr.
Ich bin nach wie vor einfach sensibler als während der Medikamente, bin schneller emotional, das Auf und Ab ist halt zurück. Aber nicht so schlimm wie vor den Medikamenten oder ich habe einfach gelernt, besser auf mich zu achten, die Warnsignale früher zu erkennen und dann richtig zu reagieren.

Und ansonsten so? 
Ich habe vor einem Monat geheiratet. Ich kann echt sagen, dass ich glücklich bin mit meinem Leben. :)

Ein bisschen was ist von den Medikamenten allerdings doch übrig geblieben, vermutlich jedenfalls. Ich habe ziemlich schlechte Haut bekommen im Laufe der letzten 2 Jahre. Und immer mal wieder Migräne. 
Der Dermatologe, bei dem ich jetzt war, meinte, das könnte gut vom Seroquel kommen, weil das einfach in so viele Prozesse im Körper eingreift. Letztlich klären können wird man das vermutlich nie aber ja... jetzt stehe ich da und hab eine Haut wie ein Teenager. Nervig. :-/

Ich nehme jetzt erstmal ein Antibiotikum für 3-4 Wochen dagegen und zusätzlich noch eine antibiotische Tinktur und neues Waschgel, Creme usw. Ich hoffe, dass es damit wieder besser wird. Ist schon etwas belastend, auch wenn es schlimmeres gibt. Es ist seltsam vertraut und gleichzeitig ätzend, wieder regelmäßig Tabletten zu nehmen.



Donnerstag, 6. März 2014

Tag 261 - Nicht gut.

Ich habe beschlossen, hier einfach mal weiter zu schreiben, weil ich grade nicht weiß, wohin sonst damit.
Im letzten Post hab ich geschrieben, dass ich Angst davor habe, dass das Eis noch nicht trägt, auf dem ich laufe. Und am Montag ist es dann wirklich gebrochen. Ich glaub, es ist einfach ein bisschen viel zusammengekommen. Und das war sicher auch nicht alles mein Fehler oder Schuld der Medikamentenabsetzung. Aber ich muss mich erstmal wieder sortieren und das für mich klar kriegen.
Durch das viele Training habe ich glaube ich ein paar Warnzeichen übersehen und als ich dann auf Arbeit in eine ziemlich beschissene Position geworfen wurde, ohne dabei wirklich Hilfe zu bekommen (im Gegenteil), ging plöztlich gar nichts mehr.
Ich war die ganze Zeit nur damit beschäftigt, nicht loszuheulen, weil ich einfach komplett überfordert war. Irgendwann bin ich dann aufs Klo, um da erstmal ne Runde zu heulen und danach weitermachen zu können. Aber es ging einfach nicht. Ich saß im Büro und hab versucht, mir gut zuzureden aber ich konnte einfach nicht aufhören, immer wieder loszuheulen. Ich kam mir so bescheuert vor.
In der Mittagspause hab ich mich mit meinem Freund getroffen und da ging dann gar nix mehr. Wir haben dann entschieden, dass ich nach Hause fahre. Es ging mir wirklich schlecht und ich wusste einfach nicht weiter. Ich war nicht mal ansatzweise in der Lage aufzuhören zu weinen und hatte Panik davor, wieder zurück zur Arbeit zu gehen mit der Aussicht, dass das alles noch auf unbestimmte Zeit so weitergehen würde.
Am nächsten Tag beim Arzt saß ich auch da und habe wieder angefangen zu weinen. So unangenehm!
Ich frage mich, wie man so viel weinen kann innerhalb von 2 Tagen, unglaublich.
Er hat mich dann den Rest der Woche krankgeschrieben und so schlecht ich mich dabei gefühlt habe, ich wusste auch keine Alternative.
Ich bin nicht bereit dazu, alles hinzuschmeißen, was ich mir an Stabilität in den letzten Jahren hart erarbeitet habe, um wegen so einer bescheuerten Situation wieder einen Rückfall zu haben.
Ich merke, wie die Impulse von früher wieder da sind. Selbstverletzungsgedanken vor allem. Aber ich will das nicht. Und deshalb macht mir das alles auch so eine Angst. Weil ich da nicht wieder hinwill. Ich habe diesen dunklen Ort meiner Vergangenheit hinter mir gelassen und da soll er auch bleiben.
So schlecht ich mich jetzt fühle bei dem Gedanken, auf Arbeit Leute im Stich gelassen zu haben oder bei der Vorstellung, was jetzt X oder Y von mir denkt... so sicher bin ich mir auch, dass ich diesmal nicht in die selbe Falle tappen will. Jetzt komme ich mal zuerst und danach die Arbeit.

Ich sitze also im Moment zu Hause und versuche, mich sinnvoll zu beschäftigen, bin aber gleichzeitig auch wirklich erschöpft. Genießen kann ich die freien Tage nicht, weil ich die ganze Zeit über alles nachdenke. Aber ich merke heute, dass es ein Stückchen aufwärts geht, glaube ich. Das Weinen ist weniger und ich versuche mich damit anzufreunden, dass ich Montag wieder zur Arbeit gehe und die Sache dann kläre. Denn geklärt werden muss das definitiv noch. Ich will mich nicht vergraben, damit alle mir die Schuld geben können. Ich will denen schon sagen, dass das so nicht geht, wie sie das da aufgezogen haben. Und im Anschluss werde ich versuchen, einen Weg für mich zu finden, möglichst einen, der mich nicht noch einmal ind die Nähe dieser Situation bringt.






Sonntag, 23. Februar 2014

Tag 250 - Zeit für einen Rückblick

Fluoxetin 0-0-0

Seroquel 0-0-0
+ Folsäure & B Vitamine

Vor 1,5 Monaten habe ich den letzten Rest Seroquel abgesetzt und es ist Zeit für einen kurzen Post dazu. Ich hab den letzten Schritt ganz schön lange vor mir her geschoben. Wollte mir nicht Weihnachten versauen und dann nicht Sylvester. Dann nicht die erste Arbeitswoche im neuen Jahr und eigentlich wären mir auch noch x Gründe eingefallen, wieso ich danach noch hätte warten sollen. Und ich hätte auch eigentlich kein Problem damit gehabt, dann eben noch ein bisschen zu warten. Aber ich hab auch gemerkt, dass es mir nicht gut tat, dass dieser letzte Schritt die ganze Zeit so vor mir lag. Ich wollte es dann irgendwann einfach hinter mir haben.

Schön war es nicht. Es war wie immer. Nach ein paar Tagen kamen die Stimmungsschwankungen, die Weinerlichkeit, Gereiztheit und das Gefühl, unglaublich labil und dünnhäutig zu sein. Am Anfang im letzten Sommer, ging das alles noch gut auszuhalten und ich war voll motiviert, weiterzumachen, musste mich eher immer bremsen, den nächsten Schritt nicht zu früh zu machen. Aber inzwischen war es einfach nur noch anstrengend. Ich weiß noch, wie ich abends auf dem Sofa gesessen und geweint habe, weil ich wollte, dass es einfach endlich aufhört. 

Der Gedanke daran, dass es bisher jedes Mal besser geworden und vorbeigegangen ist, hat geholfen. Auch der Gedanke, dass es das letzte Mal sein würde. Und so ist es dann auch gekommen. Dieser beschissene Schleier hat sich wieder gelüftet und ich hatte das Gefühl, wieder durchatmen zu können.

Ich fühle mich insgesamt noch ein bisschen wackelig auf den Beinen. Nicht so, dass es mir jeden Tag auffällt oder ich immer daran denken muss aber so ganz voll belastbar fühle ich mich noch nicht. Ein bisschen wie auf Eis, von dem man nicht weiß, ob es wirklich trägt. Ich versuche, nicht dran zu denken, aber ich habe schon Angst, dass ich irgendwann plötzlich einbrechen könnte.
Aber wenn es soweit sein sollte und das passiert, weiß ich auch, dass ich Menschen an meiner Seite habe, die mir helfen werden. Und ich werde wissen, dass ich schon ganz schön viele Scheiß-Phasen durchgestanden habe im letzten halben Jahr und auch davor. Das ist doch irgendwie beruhigend.


Dienstag, 12. November 2013

Tag 147 - zzZZ

Fluoxetin 0-0-0
Seroquel 0-0-12,5
+ Folsäure & B Vitamine

Ich bin ziemlich gerädert, konnte gestern gar nicht gut einschlafen. Insgesamt ist es schon sehr seltsam, nicht diesen Schlaf-Anstoß vom Seroquel zu haben. Ich merke, wie ich müde werde aber ich fühl mich nicht "schlafmüde". Dann mach ich mir Gedanken, ob ich wohl einschlafen kann und das ist natürlich der erste Schritt um gerade nicht einschlafen zu können. :-/
Aber so richtig blöd war eigentlich nur die letzte Nacht. Die davor gingen. Vielleicht lags auch ein bisschen daran, dass ich alleine war und der Abend einfach wahnsinnig stressig war.
Stimmungsmäßig geht es dafür vergleichsweise gut. Hätte gestern mit dem Einbruch gerechnet aber soweit so gut. Wenn das so bleibt, wäre ich echt happy.
Mein Psychiater hat mir für den Notfall, dass es mit dem Schlafen ganz schlimm werden sollte auch schon eine Strategie in der Hinterhand. Aber solange es irgendwie auszuhalten ist, würde ich nur seeehr ungern wieder ein Medikament nehmen, wenn auch ein anderes aber Psychomedikament bleibt irgendwo dann auch Psychomedikament. Aber es fühlt sich gut an, dass ich nicht auf mich allein gestellt bin.


Sonntag, 10. November 2013

Tag 145 - Müde

Fluoxetin 0-0-0
Seroquel 0-0-12,5
+ Folsäure & B Vitamine

So, dritter Tag mit der reduzierten Dosis. Stimmungsmäßig merk ich noch nichts aber mein Schlaf hat sich verändert. Ich hätte ja gedacht, dass ich Probleme mit dem Einschlafen Probleme bekommen würde aber es geht. Stattdessen wache ich für meine Verhältnisse echt früh auf. Am Wochenende schlaf ich sonst so bis 10:30 / 11:30 Uhr, jetzt bin ich um 8 Uhr wach. Nicht schlimm aber ungewohnt. Und ich bin tagsüber dann ganz schön müde. Mal sehen, wie sich das nächste Woche so einpendelt, da muss ich ja dann auch eh wieder früh raus.

Montag bis Mittwoch bin ich dann auch Strohwitwe. Vielleicht nicht das Schlechteste, falls die Stimmung doch kippt. ;)

Donnerstag, 7. November 2013

Tag 142 - Weiter gehts... muss ja.



Fluoxetin 0-0-0
Seroquel 0-0-12,5
+ Folsäure & B Vitamine



So, mir geht es jetzt schon eine Weile wieder ganz gut. So gut eigentlich, dass ich wirklich gar nicht scharf drauf bin, weiter zu reduzieren. Ich hab keine Lust, wieder tagelang schlecht drauf zu sein, ständig heulen zu müssen und den ganzen Scheiß. Das ist so anstrengend! :(
Aber irgendwann will ich es andererseits ja auch mal hinter mir haben. 

Nützt also ja irgendwie nichts.

Ich mach aber auf jeden Fall einen Zwischenschritt und geh von 25mg auf 12,5mg. Vielleicht, vielleicht wirds dann ja nicht so schlimm. Ich hoffe einfach mal und halte mir währenddessen mein Ziel vor Augen: Irgendwann medikamentenfrei zu sein und meine weitere Zukunft ohne Medis in Angriff nehmen zu können.

Falls das also jemand hier noch liest, der mich kennt: Sorry schon mal jetzt. Die nächste Woche wird anstrengend, für uns alle. ;)