Freitag, 30. August 2013

Muss mal eine Beobachtung festhalten, die ich schon vor ein paar Wochen das erste mal gemacht habe.
Manchmal, oft wenn ich ruhig irgendwo sitze, bevorzugt auch abends im Bett oder beim Fernsehen habe ich so ein Gefühl, das ist sehr seltsam. Ich würde es irgendwo zwischen Hals und Brustkorb verorten. Es kiztelt innerlich fast ein bisschen. Ich hab dann immer das Gefühl, das ich sonst nur davon kenne, wenn man kurz vor einem Lachkrampf ist. So ein unterdrücktes Glucksen, das raus will. Ich finde das nicht schlimm, stört mich auch meistens nicht. Es geht auch weg bzw. wird weniger, wenn ich huste.
Wirklich skurril. Aber ich bilde mir das nicht ein. Keine Ahnung, ob das eigentlich was Physisches oder Psychisches ist. Aber es amüsiert mich. ;)

Donnerstag, 29. August 2013

Tag 72 - Arggh!

Fluoxetin 2,5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure & B Vitamine
+ Magnesium



Es ist wirklich nervig. Je mehr man versucht, sich zu informieren, umso unterschiedlicher werden die Antworten, die man bekommt. Okay ist ja irgendwie meistens so aber trotzdem. Zwischen "vertrau deinem Arzt" und "hör bloß niemals auf einen Arzt, die haben alle keine Ahnung" ist alles dabei. Okay, also Arzt besser nicht vertrauen. Gut, wem dann?
Forum 1 sagt: Setz lieber nur 1mg pro Monat ab, sonst wird das alles ganz schlimme Folgen haben und du wirst monate- oder jahrelang drunter leiden.
Forum 2 sagt: ach kein Problem, setz den Kram ruhig von heute auf morgen komplett ab. Absetzerscheinungen bildet man sich nur ein.
Forum 3-x sagen: alle erdenklichen Abstufungen dazwischen

Yeah, right. Jetzt bin ich echt weiter. -.-

Das soll kein Angriff sein gegen die Leute, die ihre Erfahrungen teilen. Ich will die auch niemandem abstreiten. Es nervt mich einfach grade so richtig, dass es keinen idiotensicheren Plan gibt. Und irgendwie egal wie ich es mache, irgendwer wird meine Vorgehensweise immer unverantwortlich, übertrieben oder einfach falsch finden. 

Und wenn ich dann noch irgendwo lese, dass man noch 6 Monate, nachdem man auf 0 war und es einem gut ging plötzlich irgendwelche Symptome kriegen kann (keine Ahnung, ob das stimmt, ob das Einzelfälle sind oder ob da nicht einfach die Grunderkrankung zurückgekehrt ist)... dann kann ich ja scheinbar nicht mal mehr meinem eigenen Körper vertrauen.

Bleibt mir also nichts anderes übrig, als irgendwie einen Mittelweg zu finden, der für mich passt. Ich versuche so gut es geht auf meinen Körper zu hören und immer zu gucken, dass ich nach einer Reduzierung wieder schön stabil bin, bevor ich weitermache. Ich lasse mir jetzt schon mehr Zeit, als ich ursprünglich eingeplant hatte. Viel mehr Zeit. Eigentlich wollte ich jetzt schon mit allem durch sein! Grrr.
Ich habe eigentlich das Gefühl, dass ich das eigentlich ganz gut mache und mein Körper damit eigentlich auch ganz gut zurechtkommt. Eigentlich. Was weiß ich, ob sich das irgendwann nochmal rächt. Ich hoffe nicht. Aber ich sehe für mich auch gerade keine wirklich gangbare Alternative. Ich kann mich beim besten Willen nicht dazu bewegen, jetzt noch ein halbes Jahr lang damit rumzuhökern um von 2,5mg auf 0mg zu kommen, nachdem es bisher soweit ganz okay lief. Würde mein Arzt mir das so knallhart vorschreiben, würd ichs wahrscheinlich machen. Aber das Internet bietet mir grade einfach zu viele gegensätzlich Informationen.

Und gerade weil mein Arzt mir keine genauen Dosisschritte vorgeschrieben/ -schlagen hat, sondern explizit meinte, ich soll das in meinem Tempo jetzt bis zum nächsten Termin in 6 Wochen runterschrauben, denke ich, dass er da nicht so verballert ist wie manche Hausärzte, die den Leuten sagen, sie können ihren Kram einfach Hauruck absetzen (soweit scheint eigentlich klar zu sein, dass das keine soo gute Idee ist).

So, das war jetzt ziemlich wirr rumgeranted aber das musste mal raus. 
Das einzige, was mich gerade wirklich ein bisschen nervt, ist die Müdigkeit, die ich tagsüber wieder habe. Aber ich geh jetzt dann einfach das Seroquel mal mit dem nächsten Schrittchen an und schaue, was am Wochenende passiert.




Mittwoch, 28. August 2013

Tag 71

Fluoxetin 2,5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure & B Vitamine
+ Magnesium
+ Baldrian (bei Bedarf)


So, eine Woche ist rum seit der letzten Reduzierung und tatsächlich konnte ich mal wieder die Uhr danach stellen: nach 3-4 Tagen kamen die Absetzerscheinungen mit Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und akuter Weinerlichkeit ohne Gründe... nach 2-3 Tagen war dann wieder einigermaßen gut.
Ich habe mir jetzt Baldrian besorgt, um es in diesen Phasen nehmen zu können. Vielleicht bilde ich es mir ein, vielleicht auch nicht aber es kommt mir so vor, als würde es ein bisschen helfen und mich innerlich etwas ruhiger machen.
Blöderweise hatte ich Montag Nachmittag bis Dienstag Nachmittag seit längerem mal wieder so eine fiese Kopfschmerzattacke, dass ich mich für Dienstag krankmelden musste. Ich glaube richtige Migräne ist es nicht aber Montag haben selbst drei 400er Ibuprofen nichts geholfen. Erst Thomapyrin Extra hat am Dienstag irgendwann etwas Wirkung gezeigt.
Naja, aber das hat glaube ich eher nichts mit den Medis zu tun, denn diese Attacken hatte ich ja schon früher gelegentlich.

Ich bleibe jetzt erstmal bis nach unserem Urlaub bei den 2,5mg Fluoxetin. Ich hab keine Lust, mir den Urlaub mit Stimmungsschwankungen zu vermiesen und so hat mein Nervensystem auch ein bisschen Zeit, sich abzuregen.
Das Seroquel werde ich vermutlich zum Wochenende etwas runtersetzen. Habe jetzt die 50er Tabletten bekommen und muss da zumindest deshalb nicht mehr rumbröseln.

Um das Fluoxetin so fein zu dosieren habe ich mir jetzt einen Tablettenmörser besorgt, der die Hartkapseln zu Pulver zermahlt und dazu Leerkapseln, in die ich dann das Pulver abfülle. Aus einer Tablette, die ich früher pro Tag genommen habe kommen jetzt 16 neue raus. Schon krass irgendwie. Da hab ich zum ersten Mal direkt vor mir gesehen, wie weit ich schon runter bin.

Ansonsten kann ich aber nur hoffen, dass mich keiner beim Umdosieren beobachtet, sieht schon ein bisschen kriminell aus. ;)








Donnerstag, 22. August 2013

Everyone's at it ;)







"Everyone's At It"

I don't know much, 
But I know this for certain, 
That is the sun, 
Poking its head round the curtain. 

Now please can we leave, 
I'd like to go to bed now. 
It's not just the sun, 
That is hurting my head now. 

I'm not trying to say, 
That I'm smelling of roses, 
But when will we tire, 
Of putting shit up our noses. 

I don't like staying up, 
Staying up past the sunlight. 
It's meant to be fun, 
And this just doesn't feel right. 

Why can't we all, 
All just be honest, 
Admit to ourselves, 
That everyone's on it. 

From grown politicians, 
To young adolescents, 
Prescribing themselves, 
Anti-depressants. 

How can we start to tackle the problem, 
If you don't put your hands up, 
And admit that you're on them. 

The kids are in danger, 
They're all getting habits, 
Because from what I can see, 
Everyone's at it. (4x)

I get involved, 
But I'm not advocating. 
Got an opinion, 
Yeah, you're well up for slating. 

So you've got a prescription, 
And that makes it legal. 
I find the excuses, 
Overwhelmingly feeble. 

You go to the doctor, 
You need pills to sleep in. 
Well if you can convince him, 
Then I guess that's not cheating. 

So your daughter's depressed, 
We'll get her straight on the prozac. 
But little do you know, 
She already takes crack. 
(...)

Mittwoch, 21. August 2013

Tag 64 - Check beim Doc

Fluoxetin 2,5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine

Gestern war dann also der Termin beim Doc. Das Zwischenfazit, das wir gezogen haben ist gut. Die blöden Tage immer nach den Dosisreduzierungen entsprechen dem, was beim Absetzen zu erwarten ist und sind normal. Das hatte ich mir ja auch schon so ähnlich gedacht. Beruhigt aber trotzdem.

Da es bisher so gut gelaufen ist und ich auch irgendwie keine Lust habe, das ganze ewig in die Länge zu ziehen, haben wir dann beschlossen, dass er mir gar keine neuen Fluoxetin aufschreibt. Ich nehme jetzt nochmal ne Woche lang jeden zweiten Tag 5mg, also pro Tag 2,5mg, was ja wegen der langen HWZ funktioniert und dann ist Schluss. Ich bin gespannt.
Bzw. ich bin eigentlich auch nicht sicher, ob das klug ist. Oder ob es nicht besser wäre jetzt ganz abzusetzen, damit ich die blöden Reduzierungssymptome nur einmal habe... Aber für mein Gehirn isses wahrscheinlich trotzdem etwas schonender, wenn ich noch einen Zwischenschritt einlege.

Dann geht es auch dem Seroquel langsam an den Kragen. Da habe ich jetzt statt der 100mg Tabletten teilbare 50er aufgeschrieben bekommen. So kann ich das dann auch ausschleichen. Ich habe bisher überall gehört, dass das Seroquel leichter abzusetzen ist, als SSRI. 
Die einzigen Bedenken, die ich habe sind, dass ich dann evt. nicht mehr schlafen kann oder ganz lange brauch um einzuschlafen. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass auch kleinste Mengen dafür noch gereicht haben.
Und während ich redzuziere werde ich mir dann wohl oder übel einfach mal eine vernünftige Schlafhygiene angewöhnen müssen... also kein Koffein mehr abends und so. ^^ Bisher wars ja total egal, was ich abends gemacht habe. Ne halbe Stunde nach Tabletteneinnahme hats mich eigentlich immer weggehauen. 

Aber immerhin: Ich hoffe, dass ich dann auch morgens wieder besser aus dem Bett komme. Das ist unter Seroquel und vor allem zur Zeit mit dem fast abgesetzten Fluoxetin echt echt schwer. Bin auch tagsüber immernoch ziemlich müde, konstant.





Dienstag, 20. August 2013

Tag 63 - Ich würde sagen: stabil

Fluoxetin 5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine


Die letzten Tage waren nicht ganz ohne Herausforderung. Ich war auf einem Festival, was ja an und für sich schon mal eine Ausnahmesituation ist. Dann hab ich auch noch meine Tage bekommen, was mir den Samstag Vormittag ganz schöne Stimmungstiefs beschehrt hat. Aber der zweifelhafte Höhepunkt kam am Sonntag Abend, als es zu einem Streit um 2 Dosen Bier mit einem Bekannten aus unserer Campinggruppe kam. Das ganze ist in mehreren Wellen eskaliert. Zuerst wurde ich nur beschimpft, dann immer aggressiver als "das allerletzte" und dann als "dreckige Schlampe" beschimpft. Zuerst habe ich probiert die Situation zu verlassen und bin erstmal gegangen um mich dem nicht weiter auszusetzen. Aber meine ganzen Sachen waren ja am Camp und irgendwie habe ich es auch nicht eingesehen, mich so behandeln zu lassen. Als dann Beschimpfungen wie eben Schlampe u.ä. kamen, habe ich dann den Typen im Affekt mit meinem Bier bespritzt und bin nochmal gegangen. Mein Freund ist mir hinterher und wir wollten nur noch schnell unsere Sachen fürs nächste Konzert aus dem Zelt holen, als es ein drittes Mal eskaliert ist. Das Ganze endete leider nicht nur mit Beschimpfungen, sondern der Typ hat mit zwei Bierdosen nach mir geworfen und mich im Gesicht getroffen. Selbst drei seiner Freunde konnten ihn nicht runterbringen. Erst als die Security kam, ich blutend da stand und gefragt wurde, ob ich Anzeige erstatten will, beruhigte er sich ansatzweise.
Weshalb ich das hier im Blog schreibe?
Mit dem Fazit versuche ich jetzt, die ganze Sache zu vergessen. Solche Menschen sind es nicht wert, dass man sich auch nur eine Sekunde länger als unbedingt nötig mit ihnen befasst.
Nachher steht dann noch der Termin beim Psychiater an. Der erste seit dem Startschuss. Ich bin gespannt, wie es dann als nächste weitergeht. :)

Die ganze Situation von Anfang bis Ende bot so viele Momente, in denen ich mich früher ohne Zweifel heftig selbst verletzt hätte aus Hilflosigkeit und Wut und Verletztheit. Das ist mir aber erst heute, 2 Tage später aufgefallen. In dem Moment kam es mir kein einziges Mal in den Sinn.
Ich finde das schon einigermaßen erstaunlich. Trotz der Medikamentenreduzierung kommen diese Gedanken und Impulse nicht zurück. Ich deute das mal als ziemlich gutes Zeichen dafür, dass die jahrelange Therapie was gebracht hat und es eben nicht nur die Medikamente waren, die dazu geführt haben, dass ich mit dem ganzen Scheiß aufgehört habe.

Mittwoch, 14. August 2013

Tag 57 - Müde aber ausgeglichener

Fluoxetin 5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine

Insgesamt ist es mit der Stimmung wieder deutlich besser. Bin zwar etwas müde aber ich nehme mal an, das kommt vom Sport. Freu mich auf jeden Fall aufs Training heute. Und morgen gehts dann ab aufs Festival, juhuu! Ich freu mich! Das Wetter soll auch entsprechend gut werden. Da steht ein paar Tagen Alltagsflucht nichts im Wege. :D

Und dann ist am Dienstag dann auch erst erste Termin beim Arzt seit dem Startschuss. Ich bin gespannt. Glaub, ich kann ganz zufrieden sein damit, wie weit ich bisher gekommen bin. Jetzt noch ein bisschen stabilisieren und dann entweder noch einen Zwischenschritt mit dem Fluoxetin machen oder ex und hopp. Werd mal gucken, was er mir rät. Hab halt oft gelesen, dass grad im unteren Dosisbereich noch mal ordentlich Absetzsymptome kommen können. Mal schauen.
Die 40er Tabletten, die ich hab, kann ich jedenfalls nicht weiter kleinhäckseln, sonst gibts nur noch Pulver. ;)

Und sollte das alles gut gehen, gehts dann dem Seroquel an den Kragen. Das soll angeblich leichter abzusetzen sein, weil es kein SSRI sondern ein atypisches Neuroleptikum ist. Aber auch das ist nur Internetrecherche. Es wird auf den Versuch ankommen.
Woran ich mich sicher neu gewöhnen werden muss, ist einzuschlafen, ohne die "Keule" vom Seroquel verpasst zu kommen, die mich ins Traumland befördert. Aber darum kümmer ich mich dann, wenn es ansteht.

Dienstag, 13. August 2013

Tag 56 - Sport

Fluoxetin 5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine



Sonntag Abend zu Hause Kraftübungen und Stretching und dann ein schön anstrengendes Training gestern haben mir nicht nur Muskelkater beschert, sondern auch viel mehr Ausgeglichenheit beschert. Es ist erstaunlich, wie gut es dem Kopf tut, wenn man seinen Körper einfach mal ein bisschen an seine Grenzen bringt. Hab gestern zwar spaßeshalber bzw. aus Verzweiflung auch einmal Baldrian ausprobiert aber ich glaub nicht, dass das den Unterschied gemacht hat. ;)

Montag, 12. August 2013

Tag 55 - Anstrengend

Fluoxetin 5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine




Es ist echt anstrengend im Moment. Seit Donnerstag Stimmungsschwankungen, mal mehr mal weniger. Ich lasse mich einfach grade echt schnell aus der Ruhe bringen und fühle mich ziemlich leicht angreifbar. Könnte ständig losheulen und bin einfach echt verletzlich oder schnell genervt.
Dazu kommt, dass ich mich beim Training grade nicht mehr wohl fühle. Das war immer so mein Rückzugsort aber es bilden sich grade einfach immer mehr so Grüppchen, die sich ziemlich abgrenzen. Es wird bei Aktionen gar nicht mehr das ganze Team gefragt, sondern jeder wurschtelt vor sich hin bzw. mit einer Clique an immer den selben Leuten.
Ständig werden Fotos von irgendwelche Posen gemacht, zum hundertsten Mal. Dann instagramisiert und mit 20 Hashtags versehen, damit die Öffentlichkeit einen auch findet. Das fühlt sich einfach so verdammt wenig nach Teamwork an.
Und es ist anstrengend vorne zu stehen und die Leute permanent ermahnen zu müssen, mitzumachen. Ich mein, was soll das? So will ich gar nicht sein! Und in solchen Situationen will ich mich gar nicht wiederfinden. Schon gar nicht wenn ich emotional so dünnhäutig bin. Das ist einfach mega stressig und frustrierend. Jeder weiß es besser, alle reden durcheinander. Sicher nicht böse gemeint aber wenn man selbst versucht, ein Training zu leiten und die Leute in Gruppen einzuteilen, muss man sich echt konzentrieren. Einfach schwer, wenn x Vorschläge gleichzeitig noch dazwischenfunken. Und ich hab halt keine Lust da einen auf strenger Coach zu machen. Ich bin ja nicht der Coach, ich fülle nur Vakanzen, damit wir überhaupt weitertrainieren können.
Ach ich weiß auch nicht. So ein Gemischtwarenladen an Gefühlen grade, kann sie kaum sortieren.

Ich hab ein bisschen das Gefühl, als würde ich im Zeitraffer Zeiten durchleben, in denen es mir weniger gut ging. Ich hoffe sehr, dass das die nächsten Tage wieder besser wird.
Ja... ich hoffe, ich kann bald was Positiveres berichten.
Ich hab noch nicht vor, wieder hochzudosieren, will erstmal gucken, ob ich es so durchstehen kann. Solange es nicht ganz ganz unerträglich wird, hoffe ich einfach, dass es sich wieder gibt und einfach nur mein Gehirn ein bisschen durcheinander ist. Schon krass, was so ein bisschen Chemie bewirken kann.

Immerhin: Weiterhin sind Schneiden oder andere Dummheiten nicht unter den Impulsen, die ich hab. Eher könnte ich mich ständig irgendwo hinsetzen und heulen. Tue ich nicht aber ich denke, auch das wäre immer noch besser als die alten Mechanismen.
Also zieh ich weiterhin alle Register an Skills, die ich gelernt habe. Die ganz harten Stresstoleranzskills wie Chilis essen, Ammoniak oder mit Klamotten duschen musste ich aber noch nicht auspacken. Ich versuche eher mich abzulenken, mir gelegentlich mal was Gutes zu tun auch wenn mir das schwer fällt, wenn ich mich grad selbst nicht leiden kann. Sport hilft auch, zur Not einfach Stretching zu Hause... irgendwie den Körper spüren und sich auf was anderes konzentrieren.

Mittwoch, 7. August 2013

Tag 50 - Juhuuuu!

Fluoxetin 5-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine




50 Tage läuft das Projekt jetzt schon und ich muss mal kurz sagen, dass ich ein bisschen stolz auf mich bin. ;)
Obwohl ich echt, echt ungeduldig bin und ursprünglich dachte, ich wäre jetzt vielleicht fast schon durch mit dem Thema, hab ich mich zusammengerissen und bin (hoffe ich) vernünftig und schrittweise vorgegangen. Soweit ich das sagen kann (Fluoxetin hat ja eine lange Halbwertzeit), höre ich ganz gut auf meinen Körper.

Was ich merke ist, dass ich oft ein paar Tage nach einer Dosisreduzierung 1-2 schlechte Tage habe, gereizt und weinerlich bin und einfach sehr unausgeglichen mit phasenweise hoher innerer Anspannung.
Was mich wirklich einigermaßen verblüfft ist, dass ich ich trotzdem keinen Druck habe, mich wieder zu schneiden oder sonstige Gedanken. Bei so hoher Anspannung wäre das früher schon viel viel eher schiefgegangen. Jetzt fühle ich mich dann zwar scheiße und heule aus unerfindlichen Gründen einfach los aber die Selbststädigungsimpulse sind weggeblieben. o.O Ich hoffe ja mal, dass das ein Zeichen ist, dass die Therapie wirklich gewirkt hat und ich meine Skills gut im Griff und parat habe.
Tatsächlich habe ich beim Aufräumen Ordner über Ordner an Klinikunterlagen gefunden. Skills, Protokolle und und und. In einer ruhigen Minute werde ich die mal durchsortieren und mir einen Ordner anlegen, in dem alles Wichtige auf einen Blick drin ist, denke ich. Ist ein gutes Gefühl, diese ganzen Ordner zu sehen und zu merken, dass es nicht bloß Zeitverschwendung war, sich durch den Mist durchzukämpfen damals.

Es ist auch super zu merken, dass diese Tage dann vorüber gehen und es meistens schon am nächsten Tag deutlich besser ist.

Heute, 3 Wochen nach der letzten Fluoxetinreduzierung, habe ich den nächsten Schritt getan und gehe von 10 mg auf 5 mg. Der Versuch den kleinen Tablettenteil nochmal zu teilen, endete leider mit Bröseln und Pulver und so mach ichs dann so, wie mein Psychiater es mir eh vorgeschlagen hatte und nehme jeden zweiten Tag 10mg. Wegen der langen HWZ sollte das kein Problem geben.

Ich hoffe also, das der Schritt jetzt genauso gut geht wie die letzten. In zwei Wochen habe ich dann den ersten Termin beim Psychiater und werde dann sehen, ob er mir von beiden Medikamenten welche in geringerer Dosis aufschreiben kann, damit ich nicht immer so viel rumhantieren muss mit dem Pillenteiler. Komme mir schon vor wie ein Drogendealer, wenn ich meine Woche vorbereite. xD



Dienstag, 6. August 2013

Tag 49 - Und dann, und dann, und dann.

Fluoxetin 10-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine

Und dann ist meine kleine Nichte erstmal durch die Turnhalle gelaufen und hat auf den Luftmatratzen und Schlafsäcken gespielt. Aber ich musste ja auch noch auf das Kätzchen aufpassen, das wollte ständig abhauen. Also bin ich ihm hinterher, weil es in den Supermarkt reinlaufen wollte und als ich mich wieder umgedreht habe, ist meine Nichte auf einem Fahrrad komplett über die ganze Straße gefahren und hat eine Powerslide-Bremsung hingelegt. Ich hab mich natürlich total erschrocken und überhaupt war es ja eigentlich schon längst Schlafenszeit. Ich war mir nur nicht sicher, ob man so ein Babykätzen genauso ins Bett bringen kann, wie ein Menschenbaby. Hab mir dann erstmal beide geschnappt und wollte wieder reingehen...

...und dann hat der Wecker geklingelt.



Äh ja, das war einer von mehreren wirren Träumen diese Nacht. Überhaupt träume ich sehr sehr lebhaft im Moment und scheine auch wieder wie früher im Schlaf zu reden. Mein armer Freund ist schon völlig verwirrt, wie er mit mir umgehen soll, weil ich immer total beleidigt und wütend werde, wenn ich beim Schlafwandeln/ -reden nicht verstanden werde. ;)



Montag, 5. August 2013

Tag 48 - Montag

Fluoxetin 10-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine




So, das Wochenende war eine echt angenehme Erholung von den stressigen Tagen vorher. 
Mit dem reduzierten Seroquel komm ich jetzt super klar, denke ich. Bin zwar heute mal wieder totmüde aber ich denke, das kommt eher vom Bier gestern und einfach weil heute Montag ist. ;)

"Mach dir keinen Kopf, das geht vorbei." sagt sich immer so leicht, wenn es jemandem schlecht geht. Oder auch "Jedem gehts mal so, das ist normal.". Weiß ich ja auch aber für mich sind so Tage wie letzte Woche echt belastend, weil sie Erinnerungen an wirklich beschissene Zeiten hochkommen lassen. 
Aber, ich kann mir sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass mein Gehirn grade chemisch einfach etwas verwirrt und sensibel ist, ziemlich hoch ist. Sollte es mir irgendwann mal wieder nicht gut gehen, les ich einfach diesen Eintrag hier nochmal und erinnere mich (hoffentlich) daran. Ansonsten steht heute endlich wieder Sport auf dem Programm. Freitag ist ausgefallen und so lange ohne Training macht mich ganz kribbelig. ;)




Freitag, 2. August 2013

Tag 45 - Be brave

When darkness falls
And surrounds you
When you fall down
When you're scared
And you're lost
Be brave.

I'm coming to hold you now
When all your strength has gone
And you feel wrong
Like your life has slipped away

Follow me
You can follow me
And I will not desert you now
(Muse - Follow me)

Ja, Muse-Tag ist noch nicht vorbei. Spiegelt einfach grade das komplette emotionale Spektrum so schön wider.

Heute beginnt ganz gut. Endlich mal richtig gut ausm Bett gekommen, Sonne scheint, Freitag. What's not to like?
Ich merke schon noch, dass ich emotional auf dünnem Eis trete aber ich denke mal, wenn ich auf mich aufpasse und einigermaßen achtsam bin, sollte der Tag heute besser werden als der gestern.
Also Kopf hoch, Krone richten, weitergehen. So ähnlich war doch dieser dämliche Spruch, oder? ;)

Donnerstag, 1. August 2013

Tag 44 - Paradise comes at a price that i am not prepared to pay.

Fluoxetin 10-0-0
Seroquel 0-0-75
+ Folsäure
+ B Vitamine






I’ll do it myself
It's got nothing to do with you
And there's nothing that you could do
Leave me alone it's nothing serious
(Muse - Cave)

Scheiß Tag, wirklich. Stimmungsschwankungen vom Feinsten, sensibel für drei und ständig am oder kurz vorm Losheulen. Hätte mich am Liebsten in eine Höhle verkrochen und wär da geblieben.

Das Einzige, was gut war: Trotz der ganzen scheiß Emotionlität (ist das ein Wort?) bin ich nicht in die Versuchung gekommen, zu altbekannten Mitteln zu greifen, um die Spannung abzubauen. Stattdessen habe ich tatsächlich irgendwann einfach geredet. Tut scheiße viel mehr weh als schneiden. Hilft aber langfristiger, jedenfalls habe ich das mal irgendwann in der Therapie so gelernt. Ich bin gespannt.

Hab mir tatsächlich gewünscht, wieder mehr Schutzmauer um mich rum zu haben, wie mit den Medis. Aber (heute ist Muse-Tag):
Paradise comes at a price that i am not prepared to pay.
(Muse - Megalomania)
Ja, dieses Paradis des "nicht so empfindlich seins" (Ist es das?) hat einen Preis, den ich nicht mehr bereit bin, zu bezahlen. Ich mag die Medikamente nicht nehmen, weil sie anderen Zielen in meinem Leben diametral entgegenstehen.