Seroquel 0-0-100
+ B Vitamine
+ Folsäure
So, die Dosisreduzierung ist schon ein paar Tage alt, meine Tage sind rum und damit hoffentlich auch meine Unausgeglichenheit. Immer mal stundenweise war es echt anstrengend. Ich hätte Leute wegen jeder Kleinigkeit anfahren können. Wusste teilweise nichts mit mir anzufangen, war gelangweilt aber irgendwie auch unruhig. Das war schon ein bisschen nerviger als normalerweise während meiner Periode. Sonntag saß ich da, mein Freund musste arbeiten und ich hatte nicht die geringste Ahnung, auf was ich Lust hatte. Das Wetter war sensationell und ich hätte ein schlechtes Gewissen gehabt, nichts zu tun aber die Optionen, die zur Verfügung standen haben mir auch alle nicht gepasst. Irgendwann hab ich mich dann aufs Rad geschwungen und bin zu einer Freundin und ihrem Freundeskreis an nen See gefahren. 10km eine Strecke. Glaub die Bewegung war ganz gut. Aber am See wars dann so voll von Leuten, dass ich am liebsten wieder umgedreht wäre. Waren auch alles nur so Assis. Ständig liefen einem Hunde übers Handtuch und meh. Hab versucht, mich zu entspannen aber ich hab gemerkt, dass ich einfach keine Lust auf Menschen hatte. Bin also wieder zurück geradelt und hab mich bei mir in nen kleineren Park gelegt. Abends, als ich mit meinem Freund in den Biergarten bin, wurds langsam besser mit meiner Stimmung.
Heute (Dienstag) gehts deutlich besser und ich bin erleichtert. Die Hitze drückt ein wenig aber Sonne ist fürs Gemüt vermutlich besser als Regen. ;)
Hab ich mir sagen lassen, dass B Vitamine helfen können, die Nerven etwas zu schützend/unterstützen. Also probier ich das mal aus. Obs was hilft, keine Ahnung aber selbst wenns nur als Placebo wirkt... solange es wirken sollte, bin ich einverstanden. ;)
Außerdem habe ich jetzt doch mal gegoogelt (wollte ich ja eigentlich nicht) und natürlich lauter Horrostories gelesen. Aber dazwischen bin ich auch auf zwei interessante Seiten gestoßen:
http://www.antidepressiva-absetzen.de
und
http://www.adfd.org/wissen/Kategorie:Absetzhilfen
Unter Absetzhilfen steht was interessantes über den Einsatz von Omega3 Fettsäuren (Fischöle) bei Medikamentenentzug:
Das mit der Aggressivität und dem Ärger kenne ich ja leider auch. Also werd ich dem vielleicht auch mal einen Versuch geben. Komme mir schon ein bisschen blöd vor, jetzt einfach andere Tabletten zu schlucken, wie so ein kleiner Tabletten Junkie und denke oft "du solltest dich einfach mal nicht so anstellen und das durchziehen". Aber andererseits haben mich genau solche Gedanken schon de Öfteren in die Scheiße geritten, also habe ich beschlossen nicht auf sie zu hören und mir jede Hilfe zu nehmen, die ich kriegen kann.
- Während der Einnahme von Medikamenten tritt ein Prozess auf, der Herunterregulation genannt wird. Das kann am Besten folgendermaßen erklärt werden: Seroxat blockiert die Wiederaufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt in die Zelle, deshalb ist mehr Serotonin im synaptischen Spalt vorhanden. Aufgrund dessen entfernt das Gehirn Serotonin-Rezeptoren, da weniger gebraucht werden. Da aber während des Entzugs weniger Seroxat vorhanden ist, muss der ganze Prozess umgekehrt werden und das Hirn ist gezwungen, neue Serotonin-Rezeptoren herzustellen. Diesen Prozess nennt man Hochregulation. Deshalb gibt es eine Zeitverzögerung, in der nicht genügend Serotonin-Rezeptoren, gemessen am verfügbaren Serotonin, zur Verfügung stehen. Diese Zeitverzögerung ist vermutlich verantwortlich für manche Entzugssymptome wie das eines depressiven "Rückfalls", etc. Durch die Ergänzung der Nahrung mit Fischöl stellen Sie ihrem Gehirn Rohmaterial zur Verfügung, das es braucht, um neue Rezeptoren korrekt einzubauen, und hoffentlich auch eine positive Wirkung auf Ihre Symptome hat.
- Viele, die SSRI absetzen berichten, dass eine der am meisten belastenden Entzugserscheinungen das Auftreten von verstärkter Aggressivität, Ärger und Agitiertheit ist. Diese Symptome könnten auch als manie-ähnliche Symptome beschrieben werden. Da Fischöle bei Manie eine positive Wirkung zeigen, helfen sie möglicherweise auch bei diesen Entzugserscheinungen.
Immerhin gehts hier ja nur um ein Ziel: Ohne Psychopharmaka auszukommen!
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